Lysimachia arvensis

Acker-Gauchheil

Nebelpflanze, Weinbergstern, Wetterkraut

Habitus (CC BY-SA 4.0) Christian Fischer

Beschreibung

Der zierliche Acker-Gauchheil wächst meist bodennah. Er ist bis zu 30 Zentimeter groß – wie ein Schullineal.

Die Blätter sitzen am Stängel paarweise gegenüber (gegenständig). Sie sind eiförmig bis länglich mit glatten Rändern – schlicht, aber schön.

Der Stängel ist auffällig kantig – fast wie ein Vierkantstab – und kahl.

Ins Auge fallen die Blüten: meist orange bis ziegelrot, gelegentlich auch blau. Sie sitzen an langen, dünnen Stielen, die aus den Blattachseln wachsen. Jede Blüte besteht aus fünf Blütenblättern, die kreisförmig angeordnet sind und sich meist überlappen. Im Inneren der Blüten sitzen die Staubblätter, Sie haben kleine Härchen, sogenannte Futterhaare, und locken vor allem Fliegen für die Bestäubung an.

Aus den Blüten bilden sich kleine, kugelige Fruchtkapseln.

Merkmale

Acker-Gauchheil

Lysimachia arvensis
  • giftig (alle Teile)

  • vierkantiger Stängel

  • ziegelrote Blütenblätter berühren sich

Verwechslungsarten

Blauer Gauchheil

Lysimachia foemina
Eine Variante ist der Blaue Gauchheil. Die blauen Blütenblätter sind schmaler, berühren sich nicht und wirken unregelmäßig gezackt – fast ein wenig zerzaust.
Frucht (CC BY-SA 3.0) Juandev

In der Stadt

Der Acker-Gauchheil liebt lockere, nährstoffreiche Böden und findet sie oft mitten in der Stadt. Ob auf Schuttplätzen, brachliegenden Flächen oder am Straßenrand: Wo andere Pflanzen kaum Fuß fassen, fühlt er sich wohl. Im Sommer sieht man ihn oft als leuchtend rotes Band entlang von Straßen.

Wissenswertes

  • Blütezeit:

    Juni bis Oktober. Die Blüten öffnen sich nur etwa zwischen 9 und 15 Uhr und schließen sich wieder, wenn Regen naht. Der Acker-Gauchheil wird daher auch „Wetterkraut“ genannt.

  • Lebensform:

    einjährig - die Pflanze blüht nur einen Sommer lang. Nachdem sie ihre Samen gebildet hat, stirbt sie ab.

  • Verbreitung:

    Ihr Ursprung liegt im Mittelmeerraum. Die Pflanze hat sich aber schon im Mittelalter in ganz Europa verbreitet. Heute findet man sie nahezu auf der ganzen Welt.

  • Alle Teile des Acker-Gauchheils sind giftig, besonders die Wurzel. Der Verzehr kann zu Zittern, Kopfschmerzen oder Durchfall führen. Auch Hautkontakt kann allergische Reaktionen auslösen.

  • Früher hielt man die Pflanze für ein Heilmittel gegen psychische Erkrankungen – daher der Name „Gauch“, ein altes Wort für Narr oder Tor.

  • Die Pflanze soll sich für Naturgärten eignen, da sie von Schnecken gemieden wird. Kinder und Haustiere sollten aber den Kontakt mit dem Acker-Gauchheil vermeiden.

  • None
Blüte (CC BY-SA 4.0) Calibas

Quellen

Habitus, Christian Fischer, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:AnagallisArvensis.jpg

Frucht, Juandev, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fruit_of_Anagallis_arvensis_near_Čičovický_kamýk.jpg

Blüte, Calibas, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Scarlet_pimpernel2.jpg

Kammer, P. M. (2016) Pflanzen einfach bestimmen. Schritt für Schritt einheimische Arten kennenlernen, Bern: Haupt Verlag.

Roth, L., Daunderer, M. & Kormann, K. (2008) Giftpflanzen - Pflanzengifte. Vorkommen, Wirkung, Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen, Hamburg: Nikol Verlag.

Spohn, M., Golte-Bechtle, M. & Spohn, R. (2015) Was blüht denn da? Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.

Seite „Acker-Gauchheil“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 03.10.2017, 00:36 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Acker-Gauchheil&oldid=169632381 (Abgerufen: 07.12.2017).