Chelidonium majus

Großes Schöllkraut

Habitus (CC BY-SA 3.0) Aurora Puentes Graña

Beschreibung

Das Schöllkraut kann bis zu 70 cm groß werden.

Die Blätter sind einzeln und abwechselnd am Stängel angeordnet (wechselständig). Ihre Oberseite ist grün und die Unterseite ist blaugrün. Die Blätter sind eingeschnitten (fiederteilig) oder bestehen aus Teilblättern (gefiedert).

Der Stängel ist aufrecht, verzweigt und borstig behaart.

Die Blüten haben vier leuchtend gelbe Kronblätter, die schnell abfallen.

Die Frucht ist eine schmale, grüne Schote.

Merkmale

Großes Schöllkraut

Chelidonium majus
  • stark giftig

  • orange-gelber Milchsaft

  • blaugrüne Blattunterseite

Blüte (CC BY-SA 3.0) Jamain

In der Stadt

Diese nährstoffliebende Art hat sich an die durch Menschen veränderte Umwelt gut angepasst und wächst weit verbreitet auf Schuttplätzen, an Wegesrändern und in Mauerspalten. Sie bevorzugt nährstoffreiche und sonnige bis halbschattige Standorte.

Wissenswertes

  • Es wird in der Naturheilkunde bei Margen-Darm-Beschwerden und gegen Krämpfe verwendet.

  • Es blüht von Mai bis Oktober.

  • Gefährdungsstatus Deutschland: nicht gefährdet
  • Der wissenschaftliche Name setzt sich aus dem griechischen „Chelidonium“ = Schwalbe und lateinischem „majus“ = größer zusammen.
    '''Name und Geschichtliches''' ({{Zitat|Köhler & Müller 1887|Köhler 1887}}): »Der Name Schöllkraut, Schellkraut, althochdeutsch ''schelliwurz'', soll aus den ersten Buchstaben von ''Chelidoniumn'' hervorgegangen sein. Letzteres Wort verdankt seinen Ursprung dem griechischischen ''χελιδονιον'' (Schwalbenkraut), von ''χελιδον'', Schwalbe, weil (nach {{SC|Plinius}}) die Entwicklung der Blätter und deren Absterben mit dem Kommen und Gehen der Schwalben in Verbindung gebracht wurde. Auch sollen, nach letztgenanntem Autor, die Schwalben, wenn ihre Jungen erblindeten, mit dem Schöllkraut das verlorengegangene Sehvermögen wieder hergestellt haben. Nach {{SC|Wittstein}} ist das Schöllkraut – ''χελιδονιον μεγα'' des {{SC|Dioscorides}}, ''Chelidonium'' des {{SC|Plinius}} – eine sehr alte Arzneipflanze, die namentlich bei Augenkrankheiten und gegen Gelbsucht zur Anwendung gebracht wurde. Den Milchsaft presste man aus und bewahrte ihn, eingetrocknet, in Pastillenform auf. {{SC|Dioscorides}} und {{SC|Galenus}} liessen die frische Wurzel bei Zahnschmerz kauen und nach {{SC|Scribonius Largus}} (römischer Arzt im ersten Jahrhundert n. Chr.) leistete das Auflegen der gequetschten Pflanze auf die Bisswunden toller Hunde treffliche Dienste.«

  • Die ganze Pflanze und vor allem der Milchsaft sind stark giftig.

Blatt (Public Domain) Sigman

Quellen

Habitus, Aurora Puentes Graña, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Celidonia_majus.JPG

Blüte, Jamain, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chelidonium_majus_J1.JPG

Blatt, Sigman, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chelidonium_majus_scan.jpg

Fleischhauer, S. G., Guthmann, J. & Spiegelberger, R. (2007) Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden, Baden und München: AT Verlag.

Pabst, G. (Hrsg.) (1887) Köhler’s Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. Band 1. Mit 88 Tafeln in Farbdruck nach Originalzeichnungen von Walther Müller in Gera, Gera: Verlag von Franz Eugen Köhler, Gera, URL: http://biodiversitylibrary.org/page/303332 (Abgerufen: 07.08.2017).

Lippert, W. & Podlech, D. (1993) GU Naturführer. Blumen: die wichtigen Blütenpflanzen Mitteleuropas erkennen und bestimmen, München: Gräfe und Unzer Verlag.

Schauer, T., Caspari, C. & Caspari, S. (2015) Der illustrierte BLV-Pflanzenführer für unterwegs. 1150 Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher, München: BLV.

Scherf, G. (2006) Wildpflanzen neu entdecken, München: BLV.

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Bundesamt für Naturschutz (o.J.) Artensteckbriefe, URL: http://floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=1513& (Abgerufen: 04.10.2016).