Beschreibung
Das Kletten-Labkraut kann bis zu zwei Meter hoch werden.
Die Blätter sind schmal und länglich. Sie wachsen in Quirlen aus sechs bis acht Blättern zusammen. Am Rand haben sie rückwärts gerichtete Stachelhaare. Die Blattspitze ist eine Stachelspitze.
Der Stängel ist vierkantig und hat ebenfalls rückwärts gerichtete Stachelhaare. Er wächst liegend oder kletternd. Häufig überwuchert er andere Pflanzen.
Die sehr kleinen Blüten haben vier, rund angeordnete, weiße Kronblätter, die kurz miteinander verwachsen sind. Die Blütenstände sitzen in den oberen Blattwinkeln.
Die Frucht ist eine kugelige, zweiteilige Spaltfrucht. Sie ist mit Widerhaken besetzt.
Merkmale
Kletten-Labkraut
Galium aparine
klettenartig haftend
Blätter in Quirlen
In der Stadt
Das Kletten-Labkraut ist eine Halblichtpflanze, die ursprünglich häufig im Wald vorkam. Heute wächst sie hauptsächlich auf Äckern, neben Gebüschen und Hecken oder an Waldrändern. In der Stadt findet man das Kletten-Labkraut auch auf gestörten Flächen wie beispielsweise Schuttplätzen, da dort oft ein hoher Stickstoffgehalt im Boden vorliegt. Es wächst auf feuchten, nährstoffreichen und lockeren Böden. Es ist ein Lehm- und Stickstoffzeiger.
Wissenswertes
Mit seinen Borsten bleibt es an anderen Pflanzen hängen und kann diese überwuchern um ans Licht zu gelangen.
Es pflanzt sich ausschließlich sexuell fort. Die zwittrigen Blüten sind vormännlich, d.h. die Staubblätter reifen vor den weiblichen Organen. Es erfolgt eine sichere Selbstbestäubung. Selten werden die Blüten von kleinen Insekten besucht.
Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober.
Es ist eine einjährige Pflanze. Das bedeutet die Pflanze wird ein Jahre alt, blüht und stirbt nach der Reifung der Samen ab.
- Gefährdungsstatus Deutschland: nicht gefährdet
- Nutzung:
Die oberen Stängelabschnitte werden gekocht als leicht bitteres Gemüse verwendet.
Das Kletten-Labkraut ist in fast ganz Europa einheimisch. Heute kommt es in gemäßigten Gebieten weltweit als nicht-einheimische Pflanze (Neophyt) vor.
Es wird in der Volksmedizin gegen Hautleiden, Nierensteine und Krebsgeschwüre eingesetzt. Seine Wirksamkeit wurde aber nicht wissenschaftlich bewiesen.
Quellen
Habitus, Rasbak, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Galium_aparine,_Kleefkruid_bloem.jpg
Teilblütenstand und Blätter, Franz Xaver, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Galium_aparine_1.jpg
Früchte, Fornax, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Galium_aparine2_W.jpg
Kammer, P. M. (2016) Pflanzen einfach bestimmen. Schritt für Schritt einheimische Arten kennenlernen, Bern: Haupt Verlag.
Schauer, T., Caspari, C. & Caspari, S. (2015) Der illustrierte BLV-Pflanzenführer für unterwegs. 1150 Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher, München: BLV.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. (2010) Der Kosmos-Heilpflanzenführer. Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.
Spohn, M., Golte-Bechtle, M. & Spohn, R. (2015) Was blüht denn da? Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.
Seite „Kletten-Labkraut“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 09.02.2018, 18:30 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kletten-Labkraut&oldid=173830003 (Abgerufen: 13.02.2018).
Bundesamt für Naturschutz (o.J.) Artensteckbriefe, URL: http://floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=2533& (Abgerufen: 13.02.2018).