Beschreibung
Die Gebräuchliche Ochsenzunge kann bis zu einen Meter hoch werden.
Die Blätter scheinen direkt aus der Erde zu kommen (grundständig) oder sitzen am Stängel. Sie sind länglich-lanzettlich bis linealisch, derb und steifborstig behaart. Sie sind an der Sprossachse einzeln und abwechselnd angeordnet (wechselständig).
Der Stängel ist meist aufrecht und dicht abstehend behaart. Dadurch wirkt er bläulich grün.
Die zahlreichen Blüten stehen in einem pyramidenförmigen und meist stark verzweigten Gesamtblütenstand. Die Einzelblüten haben fünf Blütenblättter, die teilweise miteinander verwachsen sind. Ihre Farbe wandelt sich im Laufe der Zeit von karminrot beim Aufblühen zu einfarbig dunkelviolett. In der Mitte der Blütenkrone sind weißliche Schlundschuppen.
Die Pflanze bildet kleine, einsamige, nussartige Teilfrüchte (Klausen). Sie sitzen immer zu viert im Kelch der Blüte.
Merkmale
Gebräuchliche Ochsenzunge
Anchusa officinalis
giftig
dunkelrote bis violette Blüten
weißliche Blütenmitte
Verwechslungsarten
Echte Hundszunge
Cynoglossum officinale
Wald-Vergissmeinnicht
Myosotis sylvatica
Acker-Ochsenzunge
Lycopsis arvensis
In der Stadt
Die Gebräuchliche Ochsenzunge kommt in der Stadt häufig an trockenen Wegrändern, in Hecken, auf Brachen und Schuttflächen vor. Sie bevorzugt warme, sonnige und mäßig trockene Standorte mit nährstoffreichen Sand- und Kiesböden.
Früher wurde die giftige Ochsenzunge als Heilpflanze und zur Farbgewinnung in der Nähe von Siedlungen angebaut und konnte sich so erfolgreich ausbreiten.
Wissenswertes
Die Pflanze enthält krebserregende und leberschädigende Substanzen und sollte nicht als Heilkraut verwendet werden.
Während der Blütenentwicklung vollzieht sich ein Farbwechsel von dunkelrot nach violett. Die Ursache ist die Veränderung des pH-Wertes in der Blüte. Im Laufe der Zeit nimmt der pH-Wert zu und das Milieu in den Blütenzellen wird immer basischer.
Die weißlichen Schlundschuppen sind ein Blütenmal und eine Staubbeutelattrappe, die der Anlockung und Lenkung der Bestäuber dienen.
Sie blüht von Mai bis Oktober.
Die Laubblätter sind namensgebend für die Pflanze, da sie durch ihre Form und Beschaffenheit an eine Ochsenzunge erinnern.
- Gefährdungsstatus Deutschland: Vorwarnliste
Früher wurde die Ochsenzunge für die Gewinnung eines gelben Farbstoffs verwendet.
Quellen
Blüten, Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:AnchusaOfficinalis.jpg
Blätter, Me, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anchusa_officinalis_16-06-2006_19.45.34.JPG
Habitus, Me, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anchusa_officinalis_16-06-2006_20.07.14.JPG
Spohn, M., Golte-Bechtle, M. & Spohn, R. (2015) Was blüht denn da? Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.
Needon, C. & Petermann, J. (1991) Urania-Naturführer Pflanzen, Leipzig, Jena, Berlin: Urania-Verlag.
Schauer, T., Caspari, C. & Caspari, S. (2015) Der illustrierte BLV-Pflanzenführer für unterwegs. 1150 Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher, München: BLV.
Seite „Gemeine Ochsenzunge“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 05.11.2016, 14:36 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Gemeine_Ochsenzunge&oldid=159399655 (Abgerufen: 19.12.2016).
Offene Naturführer (2011) Grundständig, URL: https://offene-naturfuehrer.de/web/Grundst%C3%A4ndig (Abgerufen: 19.12.2016).
Bundesamt für Naturschutz (o.J.) Artensteckbriefe, URL: http://floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=407& (Abgerufen: 19.12.2016).