Parietaria officinalis

Aufrechtes Glaskraut

Habitus (CC BY-SA 3.0) Franz Xaver

Beschreibung

Das Aufrechte Glaskraut kann bis zu einem Meter hoch werden – also etwa so groß wie ein Skateboard hochkant.

Die länglichen und eiförmigen Blätter sind auffällig groß und glänzend – fast so, als wären sie aus Glas oder mit Lack überzogen. Sie wachsen einzeln und abwechselnd entlang des Stängels (wechselständig).

Der Stängel selbst wächst kerzengerade nach oben und verzweigt sich nur selten.

Die Blüten sind winzig klein und eher unscheinbar. Sie leuchten in einem zarten Grün und bestehen aus vier Blättchen. Man findet sie in dichten, kugelrunden Gruppen direkt dort, wo die Blätter am Stängel sitzen (Blattachsel).

Nach der Blüte bildet die Pflanze glänzend schwarze Früchte, die wie kleine Nüsse aussehen – eiförmig und hart.

Merkmale

Aufrechtes Glaskraut

Parietaria officinalis
  • auffallend glänzende Blätter – fast wie Glas

Blüten (CC BY-SA 4.0) Stefan.lefnaer

In der Stadt

Das Aufrechte Glaskraut fühlt sich an ruhigen und schattigen Plätzen am wohlsten. Besonders gerne wächst es an windgeschützten Mauern. Aber auch an Wegrändern, zwischen Sträuchern oder an eher unscheinbaren, naturbelassenen Ecken (sog. Ruderalstellen) ist es häufig zu finden.

Wissenswertes

  • Blütezeit:

    Juni bis Oktober

  • Blütezeit:

    Solange die Blüten noch geschlossen sind, sitzen die Staubgefäße fest eingeklemmt. Doch sobald sich die Blüte öffnet, schnellen sie blitzartig hervor und schleudern eine feine Wolke Blütenstaub in die Luft.

  • Beim Trocknen verlieren die Blätter ihren Glanz und werden dabei fast durchsichtig, als würde das Licht durch feines Pergament schimmern.

  • Die Früchte werden durch Ameisen oder auch durch den Wind verbreitet.

  • Gefährdungsstatus Deutschland: Vorwarnliste
  • Lebensform:

    mehrjährig

  • Das Aufrechte Glaskraut stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet.

  • Verbreitung:

    Die Pflanze kommt in Mittel- und Südeuropa vor. Sie gilt in Deutschland als verwilderte Kulturpflanze.

  • Der botanische Name Parietaria leitet sich vom lateinischen paries, parietis für Wand ab, weil die Pflanze gerne an Mauern wächst. Und weil die Asche der Pflanze außerdem zum Reinigen von Gläsern benutzt wurde, erhielt sie den deutschen Namen Glaskraut.

  • Früher wurde die Pflanze als Heilkraut gegen Harnwegsinfektionen und Blasen- und Nierensteine eingesetzt und. Sie fehlte in keiner Klosterapotheke.

Habitus (CC BY-SA 3.0) Kai Hagemeister

Quellen

Habitus, Franz Xaver, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Parietaria_officinalis_2.jpg

Blüten, Stefan.lefnaer, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Parietaria_officinalis_sl14.jpg

Habitus, Kai Hagemeister, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Parietaria_officinalis_Kai_Hagemeister.JPG

Schauer, T., Caspari, C. & Caspari, S. (2015) Der illustrierte BLV-Pflanzenführer für unterwegs. 1150 Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher, München: BLV.

Spohn, M., Golte-Bechtle, M. & Spohn, R. (2015) Was blüht denn da? Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.

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