Beschreibung
Die Echte Kamille kann bis zu einem halben Meter hoch werden und verrät sich sofort durch ihren unverwechselbaren, angenehmen Duft.
Ihre feinen Blätter sind vier bis sieben Zentimeter lang und wirken fast wie kleine, grüne Federn – sie sind nämlich mehrfach geteilt in viele schmale Abschnitte.
Der Stängel wächst meist aufrecht und trägt zahlreiche Blätter. Im oberen Bereich verzweigt er sich stark, sodass die Pflanze einen buschigen Eindruck macht.
Was auf den ersten Blick wie eine einzelne Blüte aussieht, ist in Wirklichkeit ein ganzes Blütenkörbchen: Am Rand sitzen die weißen „Zungenblüten“, in der Mitte leuchten viele kleine, gelbe Röhrenblüten. Gemeinsam bilden sie den typischen Kamillen-Look mit der goldgelben Mitte. Das Innere des Blütenbodens ist kegelförmig und hohl – ein einfaches Merkmal, um die Echte Kamille von ähnlichen Arten zu unterscheiden.
Nach der Blüte entstehen winzige, hell gerippte Früchte, die an kleine Nüsschen erinnern.
Merkmale
Echte Kamille
Matricaria chamomilla
starker, charakteristischer Geruch
innen hohle Blütenkörbchen
Verwechslungsarten
Acker-Hundskamille
Anthemis arvensis
Gänseblümchen
Bellis perennis
Geruchlose Kamille
Tripleurospermum inodorum
In der Stadt
In der Stadt ist die Echte Kamille vor allem an Wegrändern und Äckern anzutreffen. Sie bevorzugt frische und nährstoffreiche Standorte.
Die Pflanze wird in der Landwirtschaft als Unkraut bekämpft. In der Stadt wird sie jedoch oft gesammelt und weiter verwendet. Achtung: nicht in direkter Straßennähe sammeln.
Wissenswertes
- Blütezeit:
Mai bis September
- Lebensform:
einjährig
Ursprünglich kommt die Echte Kamille aus Vorderasien, Süd- und Osteuropa.
- Verbreitung:
Heute ist sie in ganz Europa verbreitet.
Kamillenprodukte finden in der Haut- und Haarpflege Verwendung. Der für die Nutzung wesentliche Bestandteil der Echten Kamille ist das Kamillenöl. Es wird meist aus den Blütenköpfchen gewonnen.
Die getrockneten Kamillenblüten werden als Tee zubereitet und als Entzündungshemmer, zur Krampflösung und bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
Produkte aus Kamille werden gerne in der Haut- und Haarpflege verwendet. Der wichtigste Wirkstoff dabei ist das Kamillenöl, das aus den Blütenköpfchen gewonnen wird. Es verleiht Cremes, Shampoos und Tees nicht nur den typischen Duft, sondern wirkt auch beruhigend und pflegend – ein echter Alleskönner aus der Natur.
Das Kamillenöl hat eine dunkelblaue Färbung, die durch bestimmte Inhaltsstoffe der Blütenköpfchen entsteht.
Die Kamille wurde im antiken Ägypten als Blume des Sonnengottes Ra verehrt. In der germanischen Mythologie ist sie ein Symbol des Lichtgottes Baldur.
Der Name „chamomilla“ stammt aus dem Griechischen: chamai bedeutet „bodennah“ oder „niedrig“, mēlon heißt „Apfel“. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name also „am Boden wachsender Apfel“ – ein Hinweis auf den zarten Wuchs und den apfelähnlichen Duft der Blüten.
- Gefährdungsstatus Deutschland: nicht gefährdet
Quellen
Blütenstand, fir0002 flagstaffotos.com.au, GFDL 1.2, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chamomile_flowers.jpg
Blätter, Rob Hille, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Matricaria_recutita_0.3_R.jpg
Habitus, H. Zell, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Matricaria_recutita_001_cropped.jpg
Fleischhauer, S. G., Guthmann, J. & Spiegelberger, R. (2007) Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden, Baden und München: AT Verlag.
Schauer, T., Caspari, C. & Caspari, S. (2015) Der illustrierte BLV-Pflanzenführer für unterwegs. 1150 Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher, München: BLV.
Scherf, G. (2006) Wildpflanzen neu entdecken, München: BLV.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. (2010) Der Kosmos-Heilpflanzenführer. Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.
Weymar, H. (1988) Lernt Pflanzen kennen, Leipzig, Radebeul: Neumann Verlag.
Seite „Echte Kamille“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20.08.2016, 20:24 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Echte_Kamille&oldid=157216243 (Abgerufen: 23.08.2016).