Beschreibung
Die beeindruckende Arznei-Engelwurz kann bis zu drei Meter hoch und eineinhalb Meter breit werden – also fast so groß wie ein kleiner Baum.
Ihre hellgrünen Blätter sind mehrfach in kleinere, handliche Blättchen aufgeteilt, fast wie ein kleiner Federfächer. Diese Blättchen sind breit eiförmig und haben einen gezackten Rand. Das kleine Blatt an der Blattspitze ist sogar immer noch einmal in drei Teile geteilt. Am Blattansatz umschließt eine große, aufgeblasene Hülle den Stängel – fast wie ein kleiner, grüner Kragen.
Der Stängel wächst gerade nach oben, kann so dick wie ein Arm werden und fühlt sich hohl und leicht geriffelt an. Wenn man daran riecht oder ihn probiert, merkt man sofort den würzigen Geschmack.
Die gelben bis grünlichen Blüten sind eher klein und unscheinbar. Sie sitzen in einem großen, doppelten Dolden-Blütenstand – das bedeutet, dass jeder kleine Zweig eines schirmartigen Blütenbündels selbst nochmal einen kleinen Schirm bildet.
Die Früchte sind hellgelb und oval, mit flügelartigen Rändern, die sie wie kleine Fallschirme aussehen lassen.
Merkmale
Arznei-Engelwurz
Angelica archangelica
schwach giftig
große, pralle Blatthülle
umschließt den Stängel wie eine Manschette
würziger Geruch
Verwechslungsarten
Wald-Engelwurz
Angelica sylvestris
Riesen-Bärenklau
Heracleum mantegazzianum
In der Stadt
Die Arznei-Engelwurz liebt es feucht und nährstoffreich – am liebsten wächst sie auf saftigen Wiesen oder direkt an Flussufern. In Deutschland ist sie eher selten in der freien Natur zu finden, weil sie ziemlich anspruchsvoll ist, was ihren Standort angeht. Deshalb sieht man sie auch kaum in der Stadt.
Wissenswertes
- Blütezeit:
Juli bis August
- Lebensform:
bis zu vierjährig - die Arznei-Engelwurz blüht und fruchtet aber nur einmal in ihrem Leben und stirbt danach ab.
Die Arznei-Engelwurz kommt ursprünglich aus Nord- und Osteuropa.
- Verbreitung:
Die Pflanze ist inzwischen auch in Mitteleuropa heimisch geworden. Sie ist zudem in Westasien, Sibirien, im Himalaya und in Grönland zu finden.
Die Blüten duften nach Honig und werden durch Insekten bestäubt.
- Gefährdungsstatus Deutschland: nicht gefährdet
Teile der Pflanze werden als Süßigkeiten, in Schnäpsen und sogar in Schnupftabak verwendet.
Besonders die Wurzel und der Pflanzensaft sind schwach giftig. Hautkontakt kann unter Sonnenbestrahlung sehr schmerzhaften Hautentzündungen führen. Trotzdem wird die Arznei-Engelwurz in der Pflanzenheilkunde geschätzt: Sie hilft bei leichten Magen- und Darmproblemen, Schlaflosigkeit und sogar Rheuma.
Die Pflanze wurde bereits im Mittelalter in Kloster-, Apotheker- und Bauerngärten angebaut und auch später kommerziell angebaut. Sie hat sich deshalb an vielen Orten auch wild ausgebreitet.
Die Samen, die Ureinwohner Lapplands, nutzen den grünen Stängel, um daraus ihr traditionelles Rohrblasinstrument, das „Fadno“, anzufertigen.
Quellen
Habitus, Christian Fischer, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:AngelicaArchangelica1.jpg
Blütenstand, Agnieszka Kwiecień, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Angelica_archangelica_subsp._archangelica_Dzi%C4%99giel_litwor_2019-06-07_04.jpg
Blätter, Acabashi, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%27Angelica_archangelica%27_Capel_Manor_College_Gardens_Enfield_London_England.jpg
Roth, L., Daunderer, M. & Kormann, K. (2008) Giftpflanzen - Pflanzengifte. Vorkommen, Wirkung, Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen, Hamburg: Nikol Verlag.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. (2010) Der Kosmos-Heilpflanzenführer. Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.
Seite „Arznei-Engelwurz“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 09.12.2017, 00:03 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Arznei-Engelwurz&oldid=171793796 (Abgerufen: 14.12.2017).