Heracleum mantegazzianum

Riesen-Bärenklau

Herkulesstaude

Habitus (CC BY-SA 3.0) Fritz Geller-Grimm

Beschreibung

Der Riesen-Bärenklau kann bis zu 3,5 Meter hoch werden.

Die dunkelgrünen Blätter sind durchschnittlich einen Meter lang und mehrfach tief eingeschnitten (tief fiederteilig). Der Blattrand ist scharf gezähnt.

Der Stängel ist rund und hohl. Er ist mäßig behaart und hat meist purpurne Flecken. Er kann einen Durchmesser von zehn Zentimetern erreichen.

Die kleinen Einzelblüten sind weiß und stehen gemeinsam in bis zu 50 Zentimeter breiten, doppeldoldigen Blütenständen. Dabei endet jeder Seitenzweig einer schirmartige Verzweigung (Dolde) wiederum mit einer kleineren Dolde.

Die Früchte sind scheibenförmige Spaltfrüchte. Sie haben borstig behaarten Randrippen.

Merkmale

Riesen-Bärenklau

Heracleum mantegazzianum
  • giftig

  • bis zu 3,5 Meter hoch

  • purpurn gefleckter Stängel

Blütenstand (CC BY-SA 4.0) Salicyna

In der Stadt

Der Riesen-Bärenklau hat geringe Standortansprüche. Er bevorzugt stickstoffreiche Böden. In der Stadt wächst er häufig auf Brachen und an Wald-, Gewässer- und Straßenrändern. Er verbreitet sich schnell und verhindert durch seine dichten Bestände das Aufkommen anderer Pflanzen. Die Bekämpfung ist sehr schwer. Man sollte sich ihm nur in geeigneter Schutzkleidung nähern.

Wissenswertes

  • Die Dolden einer Pflanze bestehen aus bis zu 80.000 Einzelblüten und sie produzieren bis zu 30.000 Samen.

  • Er ist die größte nicht verholzte, wild wachsende Pflanzenart Europas.

  • Das Bundesamt für Naturschutz schätzt den Riesen-Bärenklau als potentiell gefährlich für einheimische Arten ein und hat ihn auf die Managementliste der Schwarzen Liste invasiver Arten gesetzt.

  • Die Blütezeit ist von Juli bis September.

  • Er blüht und fruchtet nur einmal in seinem Leben (hapaxanth). Kommt es nicht zur Blüte kann er mehrere Jahre leben.

  • Durch die sehr hohe Anzahl an Samen gilt er als sehr ausbreitungsfähig. Außerdem bleiben die Samen bis zu zehn Jahre keimfähig. Sie keimen sehr früh im Jahr aus und benötigen eine Frosteinwirkung zur Aufhebung der Keimruhe.

  • Gefährdungsstatus Deutschland: nicht bewertet
  • Der Riesen-Bärenklau stammt aus dem Kaukasus. Er wurde um 1890 als Zierpflanze nach Mitteleuropa gebracht und verwilderte. Er gehört damit zu den nicht-einheimischen Pflanzen (Neophyten).

  • Alle Teile der Pflanze sind giftig. Bei Berührung und gleichzeitiger Sonnenbestrahlung kann es zu stark juckenden Hautentzündungen kommen, die häufig mit Blasenbildung einhergehen. Sie sind mit Verbrennungen dritten Grades zu vergleichen.

Habitus (CC BY-SA 3.0) Jeaol GRANDMONT

Quellen

Habitus, Fritz Geller-Grimm, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Herkulesstaude_fg01.jpg

Blütenstand, Salicyna, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Heracleum_mantegazzianum_2015-06-16_040.jpg

Habitus, Jeaol GRANDMONT, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Heracleum_mantegazzianum_(Meise)_JPG1a.jpg

Kammer, P. M. (2016) Pflanzen einfach bestimmen. Schritt für Schritt einheimische Arten kennenlernen, Bern: Haupt Verlag.

Roth, L., Daunderer, M. & Kormann, K. (2008) Giftpflanzen - Pflanzengifte. Vorkommen, Wirkung, Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen, Hamburg: Nikol Verlag.

Schauer, T., Caspari, C. & Caspari, S. (2015) Der illustrierte BLV-Pflanzenführer für unterwegs. 1150 Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher, München: BLV.

Schönfelder, I. & Schönfelder, P. (2010) Der Kosmos-Heilpflanzenführer. Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.

Spohn, M., Golte-Bechtle, M. & Spohn, R. (2015) Was blüht denn da? Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.

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