Geum rivale

Bach-Nelkenwurz

Habitus (CC BY-SA 3.0) Jörg Hempel

Beschreibung

Die Bach-Nelkenwurz ist zwar zierlich, kann aber mit bis zu 70 Zentimetern ganz schön groß werden.

Die unteren Blätter wachsen an langen Stielen und sind in mehrere kleine Abschnitte gegliedert, wobei das letzte, am Ende, deutlich größer ist als die anderen. Weiter oben am Stängel sitzen kleinere Blätter, die in drei Teile eingeschnitten wirken – als hätte jemand mit der Schere nachgeholfen. Was alle Blätter gemeinsam haben: Ihre Ränder sind gezähnt (gefiedert), fast wie winzige grüne Sägeblätter.

Der Stängel wächst schräg nach oben, verzweigt sich locker und zeigt oft eine rötliche Färbung. Weiter oben am Stängel fallen feine, klebrig wirkende Härchen auf. Es handelt sich um winzige Drüsen.

Die Blüten sind ein echter Hingucker: Sie hängen wie kleine Glöckchen nach unten, bestehen aus fünf Blütenblättern und leuchten in Rosa- bis Gelbtönen. Umgeben sind sie von rotbraunen Hüllblättern, die die zarte Blüte einrahmen.

Nach der Blüte bildet die Bach-Nelkenwurz winzige Früchte – kleine Nüsschen mit einem Haken, der mit feinen Härchen besetzt ist. Damit können sie sich an Tieren oder Kleidung festheften und sich neue Plätze zum Wachsen erschließen.

Merkmale

Bach-Nelkenwurz

Geum rivale
  • glockenförmige Blüte, leicht nach unten hängend

  • feine, klebrige Härchen am Stängel

Blüten (CC BY-SA 3.0) Maren Winter

In der Stadt

Die Bach-Nelkenwurz liebt kühle, feuchte Orte. Man findet sie oft an Stellen, die besonders nährstoffreich sind, wie nasse Wiesen oder entlang von Gräben und Bächen.

Als Zierpflanze war sie bereits im 17. Jahrhundert in Gärten gern gesehen.

Wissenswertes

  • Blütezeit:

    April bis Juli

  • In jeder Blüte entstehen bis zu 80 Früchte. Sie sind mit einem langen Griffel versehen, der fedrig behaart und hakenförmig gekrümmt ist. Dadurch bleiben die Früchte an Tieren hängen und verbreiten sich.

  • Neben zwittrigen Pflanzen gibt es auch rein männliche Blüten und Exemplare.

  • Die Wurzel der Bach-Nelkenwurz kann wie das Nelkengewürz beim Kochen verwendet werden oder zum Aromatisieren von Likören dienen. Die Blätter eignen sich als Zutat für Wildkräutersalate.

  • Gefährdungsstatus Deutschland: nicht gefährdet
  • Lebensform:

    mehrjährig - sie bleibt das ganze Jahr über grün. In der Regel blüht und fruchtet sie jedes Jahr – ist also eine ausdauernde Pflanze.

  • Verbreitung:

    Die Bach-Nelkenwurz ist über weite Teile Europas und Nordamerikas verbreitet. Selbst in den Alpen findet man sie bis auf 2.000 Meter Höhe. Den Mittelmeerraum meidet sie dagegen. Der ist ihr zu warm.

  • Die Artbezeichnung „rivale“ stammt vom lateinischen Wort für „Bach“ und deutet darauf hin, dass die Bach-Nelkenwurz oft in der Nähe von Gewässern vorkommt.

  • Die Volksheilkunde empfiehlt die Wurzeln gegen Durchfall und Entzündungen im Mund-Rachen-Bereich.

Fruchtstand (CC BY-SA 3.0) H. Zell

Quellen

Habitus, Jörg Hempel, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Geum_rivale_LC0328.jpg

Blüten, Maren Winter, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Geum.jpg

Fruchtstand, H. Zell, CC BY-SA 3.0, https://species-id.net/openmedia/File:Geum_rivale_004.JPG

Kammer, P. M. (2016) Pflanzen einfach bestimmen. Schritt für Schritt einheimische Arten kennenlernen, Bern: Haupt Verlag.

Schauer, T., Caspari, C. & Caspari, S. (2015) Der illustrierte BLV-Pflanzenführer für unterwegs. 1150 Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher, München: BLV.

Spohn, M., Golte-Bechtle, M. & Spohn, R. (2015) Was blüht denn da? Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.

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