Beschreibung
Die Große Brennnessel kann bis zu zwei Meter hoch werden.
Die Blätter sind eiförmig, lang zugespitzt und bis zu 20 cm lang. Sie stehen einander gegenüber (gegenständig). Sie sind matt behaart. Der Blattrand ist grob gesägt. Am Stielgrund sitzen zwei kleine Nebenblätter.
Der Stängel der Brennnessel ist verstreut mit Brennhaaren besetzt. Sie überdauert mit unterirdischen Trieben, aus denen sie im Frühjahr ab März austreibt.
Sie ist zweihäusig, d. h. die männlichen und weiblichen Blüten befinden sich an verschiedenen Pflanzen. Die Blütenstände sind unscheinbar und grünlich.
Die Frucht ist eine eiförmige, ca. 0,1 cm große Nussfrucht.
Merkmale
Große Brennnessel
Urtica dioica
zugespitzte Blätter
In der Stadt
Die Große Brennnessel ist eigentlich eine Halbschattenpflanze. Sie wächst jedoch auch in der prallen Sonne an Wegrändern und in wenig gemähten Rasen. Sie braucht aber genügend Wasser.
Der Mensch sorgt unter anderem für stickstoffreiche Böden. indem an Straßenrändern uriniert wird. Hier breitet sich die Brennnessel besonders gut aus.
Wissenswertes
Das bekannte Brennen entsteht, wenn die Spitze der Brennhaare bei Berührung abbricht und in die kleine Hautwunde ein Gemisch von Stoffen entlässt. Es gibt Unterarten ohne Brennhaare.
Man kann sie spinatähnlich als Salat oder als Tee zubereiten. Sie schmeckt nussig. Geröstet oder getrocknet können die Samen als Gewürz verwendet werden.
Nass oder verarbeitet als Spinat brennt sie nicht mehr.
Die Bestäubung erfolgt mit dem Wind.
In Europa wurde sie früher häufig zur Fasergewinnung angebaut. Mit dem Import von Baumwolle im 18. Jahrhundert nahm dies ab.
Sie blüht von Juli bis Oktober. Sie ist eine mehrjährige Pflanze. Das bedeutet die Pflanze wird mehr als zwei Jahre alt, blüht jedoch nur einmal und stirbt nach der Reifung der Samen ab.
- Gefährdungsstatus Deutschland: nicht gefährdet
- Nutzung:
Die Brennhaare werden zur Behandlung von Rheuma eingesetzt.
Der wissenschftliche Name setzt sich aus "Urtica", was vom lateinischen Wort "urere" = "brennen" abgeleitet wird, und "dioica" = "zweihäusig" zusammen.
Früher wurden abgekochte und in Salz eingelegte Brennnesselblätter zur Käseherstellung als Milchgerinnungsmittel verwendet.
Quellen
Blätter, Alice Kracht, CC BY-SA 4.0, https://offene-naturfuehrer.de/web/Datei:Urtica_dioica_(16).JPG
Brennhaare, Jerome Prohaska, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Urtica_dioica_stinging_hair.jpg
Blätter, Alice Kracht, CC BY-SA 4.0, https://offene-naturfuehrer.de/web/Datei:Urtica_dioica_(2).JPG
Wohlers, W. (2014) Urtica dioica – Große Brenn-Nessel (JKI-Pflanzenportraits)], URL: https://offene-naturfuehrer.de/web/Urtica_dioica_%E2%80%93_Gro%C3%9Fe_Brenn-Nessel_(JKI-Pflanzenportraits) (Abgerufen: 12.05.2016).
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Fleischhauer, S. G., Guthmann, J. & Spiegelberger, R. (2007) Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden, Baden und München: AT Verlag.
Lippert, W. & Podlech, D. (1993) GU Naturführer. Blumen: die wichtigen Blütenpflanzen Mitteleuropas erkennen und bestimmen, München: Gräfe und Unzer Verlag.
Needon, C. & Petermann, J. (1991) Urania-Naturführer Pflanzen, Leipzig, Jena, Berlin: Urania-Verlag.
Scherf, G. (2006) Wildpflanzen neu entdecken, München: BLV.
Bundesamt für Naturschutz (o.J.) Artensteckbriefe, URL: http://floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=6145& (Abgerufen: 13.07.2016).