Beschreibung
Die Esskastanie ist ein bis zu 35 m großer Baum mit einer breiten ausladenden Krone.
Die lanzettlichen Blätter sind bis zu 30 cm lang und wachsen meist am Zweig versetzt zueinander (wechselständig). Sie sind derb mit einem stachelig gezähnten Blattrand und erhabenen Blattnerven.
Die Rinde ist glatt und olivbraun. Sie wird mit zunehmendem Alter tiefrissig und graubraun.
Die weißlichen Blüten stehen zusammen aufrechten Ähren (den Blütenständen). Dies sind die männlichen Blüten. Die weiblichen Blüten sind unauffällig, von einem grünen Fruchtbecher umgeben und befinden sich unterhalb der männlichen Blüten.
Die Früchte sind bis zu drei Zentimeter große, braune, glänzende Nüsse. Sie werden von einem grünlichen, stacheligen Fruchtbecher umschlossen.
Merkmale
Esskastanie
Castanea sativa
große, lanzettliche Blätter mit erhabenen Blattnerven
große, braune, glänzende Nüsse
In der Stadt
Die Esskastanie ist schatten- und immissionstolerant, verträgt Trockenstress und ist ein Bienennährgehölz. Aus diesen Gründen ist sie ein beliebter Park- und Gartenbaum. Als Straßenbaum ist die Baumart, vor allem wegen ihrer Spätfrostempfindlichkeit, eher ungeeignet.
Wissenswertes
Während der Blüte verströmt die Esskastanie einen unangenehmen Geruch.
Trotz des deutschen Namens und der ähnlichen Fruchtform ist die Esskastanie nicht näher mit der Rosskastanie verwandt. Sie gehört zusammen mit der Rotbuche zur Familie der Buchengewächse.
Die Fruchtreife ist im Oktober.
Die allgemein gültige wissenschaftliche Schreibweise auf Deutsch ist Ess-Kastanie, wobei nach der deutschen Rechtschreibung auf den Bindestrich verzichtet werden kann.
Sie blüht von Mai bis Juli.
- Gefährdungsstatus Deutschland: nicht gefährdet
- Nutzung:
Die Blätter werden zu Hustensaft verarbeitet.
Am Ende des Mittelalters wurden Esskastanien mit schlechter Verdauung, Kopfschmerzen und verstärktem Sexualtrieb assoziiert. Daher wurden sie als Nahrung für Arbeiter und zur Schweinemast angesehen.
Der Spruch: "Für jemanden die Kastanien aus dem Feuer holen" bezieht sich auf die Esskastanie, die häufig am Feuer zubereitet wurde.
Die ursprüngliche Herkunft ist unbekannt. Es wird vermutet sie stammt aus dem Mittelmeerraum. Die Art ist seit ca. 2000 Jahren in Mitteleuropa angesiedelt.
Der Name "Kastanie" wir auf eine alte Stadt namens "Kastanis" zurüchgeführt, die früher am Schwarzen Meer lag.
Die als Kastanien oder Maronen bekannte Früchte sind essbar und können vielfältig zubereitet werden. Da sie glutenfrei sind, können sie als Getreideersatz verwendet werden.
Quellen
Blatt, Crusier, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Castanea_sativa_UW.jpg
Rinde, Alice Kracht, CC BY-SA 4.0, https://offene-naturfuehrer.de/web/Datei:Castanea_sativa_(2).JPG
Frucht, böhringer friedrich, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cupula_Edelkastanie,_Castanea_sativa_8.JPG
Aas, G. & Riedmiller, A. (2002) Laubbäume. Bestimmen – Kennenlernen – Schützen, Bindlach: Gondrom Verlag.
Böhlmann, D. (2015) Laubbäume temperierter Klimate mit ihrer Artenvielfalt, Berlin: Patzer Verlag.
Mitchell, A. (1975) Die Wald- und Parkbäume Europas. Ein Bestimmungsbuch, Hamburg und Berlin: Verlag Paul Parey.
Quartier, A. (1989) Bäume und Sträucher, München: BLV.
Roloff, A. (2013) Bäume in der Stadt. Besonderheiten - Funktion - Nutzen - Arten - Risiken, Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer.
Seite „Edelkastanie“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 12.04.2016, 23:55 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Edelkastanie&oldid=153425605 (Abgerufen: 03.05.2016).