Beschreibung
Die Acker-Hundskamille ist eine wilde Verwandte der bekannten Kamille – zart, aber vielseitig. Sie wird zwischen zehn Zentimeter und einem halben Meter hoch.
Die Blätter sitzen leicht versetzt am Stängel – immer abwechselnd, nie gegenüber (wechselständig). Sie sind mehrfach tief eingeschnitten und sehen wie kleine grüne Federn (gefiedert) aus, die entweder ganz glatt oder leicht behaart sind.
Der Stängel verzweigt sich stark. Er wächst entweder aufrecht oder kriecht teilweise über den Boden.
Die Blüten ähneln auf den ersten Blick denen der echten Kamille: Ein gelber Punkt, zwei bis drei Zentimeter groß, sitzt in der Mitte von weißen Blütenblättern. Dabei ist dieser gelbe Punkt ein „Blütenkörbchen“, also eine Ansammlung vieler kleiner Blüten (Röhrenblüten). Das Körbchen ist leicht kegelförmig und im Inneren mit einem weichen Mark gefüllt.
Nach der Blüte bildet die Pflanze kleine, runde Früchte mit feinen Längsrillen – wie winzige Spindeln.
Merkmale
Acker-Hundskamille
Anthemis arvensis
kegelförmiges Blütenkörbchen, gefüllt mit Mark
In der Stadt
Ursprünglich ein typisches Ackerwildkraut, findet man die Acker-Hundskamille heute auch häufig in der Stadt. Dort wächst sie auf Brachflächen, auf Schutt und an Wegerändern, wobei sie kalkhaltige Böden nicht so gerne hat.
Wissenswertes
- Blütezeit:
Mai bis Oktober. Nachts klappt die Pflanze ihre weißen „Zungenblüten“ ein Stück nach unten. Tagsüber richtet sie sie wieder waagerecht aus – bereit für Bienen und Co.
- Lebensform:
einjährig
- Verbreitung:
Die Acker-Hundskamille kommt in ganz Europa vor. Sie ist ein Kulturbegleiter und wurde überwiegend durch die Landwirtschaft weit verbreitet.
Ihre Pollen werden teils von Insekten, teils durch Selbstbestäubung verteilt. Die winzigen Früchte geben einen klebrigen Schleim ab. Dadurch bleiben sie an vorbeistreifenden Tieren haften und lassen sich über weite Strecken verbreiten.
- Gefährdungsstatus Deutschland: Vorwarnliste
Der Name kommt vom griechischen Wort anthemis = Blüte und dem lateinischen Wort arvensis = Acker.
Die Pflanze enthält nur wenig ätherisches Öl und riecht deshalb nur schwach nach Kamille. Sie hat keinen medizinischen Wert.
Quellen
Habitus, Udo Schmidt, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anthemis_arvensis_L._(7477527336).jpg
Blütenstand, AnRo0002, CC0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20150606Anthemis_arvensis2.jpg
Blätter, Walter Siegmund, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Anthemis_arvensis_2644.JPG
Kammer, P. M. (2016) Pflanzen einfach bestimmen. Schritt für Schritt einheimische Arten kennenlernen, Bern: Haupt Verlag.
Schauer, T., Caspari, C. & Caspari, S. (2015) Der illustrierte BLV-Pflanzenführer für unterwegs. 1150 Blumen, Gräser, Bäume und Sträucher, München: BLV.
Spohn, M., Golte-Bechtle, M. & Spohn, R. (2015) Was blüht denn da? Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.
Seite „Acker-Hundskamille“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13.11.2017, 19:52 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Acker-Hundskamille&oldid=170972315 (Abgerufen: 21.12.2017).