Beschreibung
Der Giersch ist eine unterirdisch kriechende Pflanze, die bis zu einen Meter hoch werden kann.
Die Blätter sind doppelt dreiteilig. Das bedeutet das Blatt ist zunächst in drei Teile gliedert, von denen sich jedes Teilblatt nochmals in drei Teile aufteilt.
Die Staude hat einen aufrechten, hohlen Stängel. Er ist gefurcht und hat lange, unterirdische Ausläufer.
Die Blütenstände (Doppeldolden) können unter guten Bedingungen bis zu einen Meter hoch werden. Sie setzten sich aus mehreren schirmartigen Verzweigungen (Einzeldolden) zusammen, die ihrerseits aus bis zu 20 weißen Einzelblüten bestehen.
Die Früchte sind zweiteilige Spaltfruchte. Sie sind rundlich, kahl. Ihr Aussehen erinnert an Kümmel.
Merkmale
Gewöhnlicher Giersch
Aegopodium podagraria
große, dreiteilige Blätter
rundliche, kahle Früchte
Verwechslungsarten
Wiesen-Kerbel
Anthriscus sylvestris
Wilde Möhre
Daucus carota
Gewöhnliche Bärenklau
Heracleum sphondylium
In der Stadt
In der Stadt ist Giersch in Laubwäldern, an Flussufern sowie in Gärten sehr häufig. Er bevorzugt feuchte, halbschattige Standorte auf kalkarmen, nährstoffreichen Böden.
Für Gärtner gilt der Giersch auf Grund seiner raschen Ausbreitung und unterirdischer Triebe meist als hartnäckiges Unkraut.
Wissenswertes
Der Pflanzensaft bzw. die zerdrückten Blätter wirken bei Insektenstichen kühlend und schmerzstillend.
Wie alle Doldenblütler wird der Giersch während der Blüte häufig von Wildbienen, Schwebfliegen und anderen Fliegen und Käfern aufgesucht.
Er blüht von Juni bis Juli.
- Gefährdungsstatus Deutschland: nicht gefährdet
- Nutzung:
Giersch wurde früher medizinisch verwendet, daher auch der lateinische Name: Podagra – Gicht, gegen die er wirken soll.
In England heißt er aufgrund der Ähnlichkeit des Blattes mit dem Holunder „Groundelder“, also Bodenholunder. Der deutsche Alternativname „Geißfuß“ kommt von den sich entfaltenden Blättern, die den Hufen von Ziegen ähneln.
In der Kräuterküche wird empfohlen ihn frisch zu pflücken und als Salat oder wie Spinat zuzubereiten. Die Blätter schmecken sehr kräftig.
Quellen
Habitus, Franz Xaver, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aegopodium_podagraria_1.jpg
Blatt, Alice Kracht, CC BY-SA 4.0, https://offene-naturfuehrer.de/web/Datei:Aegopodium_podagraria.JPG
Blütenstand, Wohlert Wohlers, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aegopodium_podagraria_7a_Bl%C3%BCtenst%C3%A4nde_IMG_5898_Wohlers.JPG
Wohlers, W. (2016) Aegopodium podagraria – Giersch (JKI-Pflanzenportraits), URL: https://offene-naturfuehrer.de/web/Aegopodium_podagraria_%E2%80%93_Giersch_(JKI-Pflanzenportraits) (Abgerufen: 20.07.2016).
Fleischhauer, S. G., Guthmann, J. & Spiegelberger, R. (2007) Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden, Baden und München: AT Verlag.
Lippert, W. & Podlech, D. (1993) GU Naturführer. Blumen: die wichtigen Blütenpflanzen Mitteleuropas erkennen und bestimmen, München: Gräfe und Unzer Verlag.
Schönfelder, I. & Schönfelder, P. (2010) Der Kosmos-Heilpflanzenführer. Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas, Stuttgart: Franckh Kosmos Verlag.
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Bundesamt für Naturschutz (o.J.) Artensteckbriefe, URL: http://floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=87& (Abgerufen: 20.07.2016).